Astronomie als Hobby

Astronomie ist wohl eines der schönsten Hobbies. Was den einzelnen Menschen hinaus treibt unter den Sternenhimmel, mag differieren. Es lebt sowieso jeder in "seinem Universum", und so unterschiedlich sind auch die Interessen an der Astronomie, was man daran mag und wie man herangehen mag.

Teuer? Wohl muss man einen gewissen Betrag Geld in die Hand nehmen, um ein ordentliches Teleskop zu bekommen. Ein Set für visuelle Himmelsbeobachtung kommt dabei immer günstiger als die Ausstattung für die Astrofotografie. Dessen sollte man sich bewusst sein.

Was bedeutet die praktische Astronomie? Auf jeden Fall ein aktives Herangehen an dieses Hobby. Es ist nicht einfach konsumieren, so wie man vor dem TV Gerät sitzt. Es ist ein Freiluftsport. Mit allen Begleiterscheinungen. Kalte Nächte, feuchte Nächte, schwüle Nächte, all das gibt es genauso wie angenehme Nächte. Die Himmelsqualität variiert, detto das Seeing. Das Wetter kommt wie es kommt, den Beobachtungsplatz kann man sich wohl aussuchen. Es zahlt wirklich aus, gute Beobachtungsplätze regelmäßig zu besuchen.

Was letztlich die Essenz an der Sache ist: wenn alles zusammen kommt: Es gibt Nächte, manchmal sind es nur Stunden oder kurze Abschnitte einer Nacht, die ein besonderes Erlebnis bieten. An solche Nächte oder Momente erinnert man sich noch nach Jahrzehnten. Sie sind besonders kostbar, sie sind rar. Und eines muss auch gesagt werden: Wer oft draußen ist, wird eher die Chance haben, solch "magische Momente" zu erleben, als jemand, der nur ein paarmal im Jahr unter'm Sternenhimmel steht.

Astronomie ist ein wissenschaftlich-technisches Hobby, Es bleibt aber jedem unbenommen, es weniger wissenschaftlich anzulegen, und es gibt auch Möglichkeiten, ohne komplizierte Technik zu beobachten.

Das Erlebnis unter dunklem Himmel ist jedenfalls großartig. Das schimmernde Band der Milchstraße, die Sternen scheinen zum Greifen nah. Oder das Erleben der Abenddämmerung an einem Platz mit freien Horizont. Die Dämmerungsfarben am Westhimmel kennt jeder. Jedoch auch die Gegendämmerung zu sehen, zu erleben wie der Erdschatten im Osten immer höher steigt, die "Blaue Stunde", bis sich die Nacht herein senkt, all das ist großes Kino - wenn wir nicht auf Spektakel aus sind, sondern uns daran erfreuen, was wir sehen und erleben können, so wir darum wissen.

Das Hobby Astronomie hat etwas Elitäres an sich, speziell wenn man als Amateurastronom fortgeschritten ist, und Dinge sehen kann und fotografieren kann, die nicht jedermann zugänglich sind. Neben dem "Klappern" mit der Technik, das zum Teil unvermeidlich ist, gibt es das Erlebnis und ja: Ästhetik. Manche Stimmung behinhaltet sogar so etwas wie Romantik. Man muss die "leisen Töne" der Natur sehen lernen, erleben lernen. Wer das schafft, dem wird sich die Astronomie als wunderbares Hobby erschließen.

 

Szenen einer Astronacht

Eine klare Nacht bahnt sich an, ein Außeneinsatz ist geplant. Kaum jemand findet noch daheim im Garten gute Bedingungen vor. Also heißt es aufpassen, dass alles mit kommt was mit muss.

Dann geht es ans Einladen. Als Transportfahrzeug dient hier ein ausgemusterter Krankenwagen von einst. Da passt alles rein, auch umfangreiche Ausrüstung, und dieser Wagen ist auch Rückzugsort in kalten Nächten, wenn die Aufnahmen laufen.

Ankunft am Beobachtungsplatz - noch in der Dämmerung. Und es geht gleich ans Ausladen.

Das Stativ will nach Nord ausgerichtet aufgestellt sein. Langsam werden die ersten Sterne sichtbar. Wo ist der Polarstern?

Der Polarstern ist gefunden, das Stativ kann aufgestellt werden. Das Stativ ist natürlich so genau wie möglich nach Nord zu richten, und der Stativkopf zu nivellieren. Die Luftblase der Libelle soll genau mittig sein, natürlich wenn man exakt von oben drauf schaut.

Nun kann die Montierung aufgesetzt werden. Die Montierung wird mit dem Stativ verbunden, die Gegengewichtsstange eingeschraubt.

 Nun werden die Gegengewichte angebracht und das Teleskop wird aufgesetzt.

Jetzt kann die exakte Poljustierung erfolgen. Diese Montierung verfügt über einen externen Polsucher.

Die blaue Stunde neigt sich dem Ende zu, die Nacht senkt sich herab. Wie ist der Himmel?

Es geht weiter mit dem Aufbau für die Fotografie. Das Leitrohr ist montiert. Die Autoguider Kamera ist bereits installiert. Auch die DSLR ist schon am Teleskop angeschlossen.

Bevor es weiter geht, muss die Montierungssteuerung mit dem Sternenhimmel abgeglichen werden. Stern Alignment nennt man diesen Schritt. Danach kann ein Objekt per Knopfdruck automatisch angefahren werden. Goto ist keine Bedingung für Astrofotografie, aber durchaus hilfreich. Die heutigen Montierungen können es einfach, warum sollte man es nicht nützen?

Das Fernrohr ist nun auf einen hellen Stern gerichtet, damit man die DSLR fokussieren kann. Das Kamera Display schaut aber zum Boden. Jetzt ist Gymnastik angesagt, um zu sehen, was auf dem Kamera Display ist.

Die DSLR wird nun mittels Bahtinov Maske fokussiert. Auf den fokussierten Stern wird rein gezoomt, zur Beurteilung des Fokus. So ist es perfekt.

Die Autoguider Kamera hat schon einen Leitstern im Visier. Es erfolgt das Kalibrieren des Autoguiders.

Der Autoguider arbeitet bereits. Wenn man am Fernrohr hantiert, hinterlässt dies in der Drift Anzeige der Korrekturen seine Spuren. Finger weg, und warten bis der Guider sauber läuft.

Nun wird der Timer für die DSLR auf die Aufnahme Serie parametriert - und es kann endlich los gehen!

Das Ergebnis aller Müh' und Plag' - so sieht ein Rohbild aus. Der Rotstisch kommt von der astro-umgebauten DSLR. Den Weißabgleich macht man hinterher bei der Bearbeitung.

Die Bildbearbeitung zaubert aus den gewonnenen Rohbildern, sowie Darks, Bias und Flats ein Bild. Hierzu bedarf es nicht nur der geeigneten Software Tools, sondern auch Fingespitzengefühl

Der Lohn allen Aufwands ist das fertige Bild: Hier die Galaxie Messier 83.

Fotos mit freundlicher Genehmigung unseres Kunden Michael Kern.